Archive for Mai, 2007

Immer schlechtere Studienbedingungen für Diplom und Magister

Mittwoch, Mai 9th, 2007

Die Universität wird zum Krisenherd schlagzeilt das Hamburger Abendblatt heute. “Trotz - oder gerade wegen - seiner Reformpolitik werden die Probleme immer größer.” analysiert dort der Autor Florian Kain und schreibt weiter: “Die Folgen der nicht zu Ende gedachten Hamburger Reformen sind deutlich zu besichtigen. Sie kristallisieren sich in der Empörung über die staatlich erzwungene Bevorzugung der Bachelor- und Master-Studenten gegenüber den “alten” Magister- und Diplomanwärtern, die noch nach dem bewährten System studieren. Während den Neuen gemäß der drägerschen Bedarfsplanungen kleinere Seminare und bessere Betreuung garantiert werden, gucken die alten - die Mehrheit - in die Röhre.”

Eigentlich bedauerlich, dass wir in diesem Punkt Recht hatten. Bereits im Februar 2003 warnten wir in unserer Aktuellen Anaylse Nr. 47 über die möglichen Folgen des Dohnanyi-Reformpapiers: Was heute den Studentinnen und Studenten passiert, die noch in den in Abwicklung befindenden Diplom- und Magisterstudiengängen studieren, ist genau das, was wir vor fünf Jahren so beurteilten: “Es ist jedoch nicht zu rechtfertigen, dass für eine Verbesserung künftiger Hochschulausbildung die Qualifizierung der aktuellen Akademikergeneration geopfert wird.”

Die Dohnanyi-Kommission, deren Vorschläge heute umgesetzt werden, lieferte damals vermeintlich exakte Prognosen über den zukünftigen Absolventenbedarf. Nun bedauert die Abendblattanalyse: “In den Geisteswissenschaften dürfen sich nur rund 30 Prozent der Hauptfachstudenten Hoffnungen machen, in einen Masterstudiengang wechseln zu können. (…) So ist zu befürchten, dass gute Abiturienten Hamburg künftig meiden, forschungsstarke Professoren die Flucht ergreifen.” Flucht ist die uns noch allzugut bekannte Reaktion vieler Menschen auf die Mängel der Planwirtschaft - und das “Comeback der Planwirtschaft”, wie wir die Vorschläge der Dohnanyi-Kommission damals zur Freude der MoPo zusammenfassten, erfolgt nun tatsächlich mit den zu erwartenden Folgen von Mangel- und Misswirtschaft. Schade, dass darunter Hamburgs beste Köpfe zu leiden haben.