Archive for the ‘Allgemein’ Category

„One-Sided Violence in Civil Wars. Country Report on the Republic of Sudan“

Dienstag, Februar 5th, 2008

Länderinformation 1/2008 zum Sudan erschienen:

The Civil war in the Republic of Sudan went on from 1963 up until now with an interruption of a decade in the 70s/80s. Aim of this report is an introduction to the country, a summary of the civil wars and the parties involved as well as the development of some possible explanations for the ongoing violence.

Laden Sie sich den vollständigen Bericht von Vita Thormann in englischer Sprache als pdf-Datei unter http://pdf.hausrissen.org/li/Sudan%20Country%20Report.pdf herunter.

Von Völkermord und Überflugrechten – Verstimmungen zwischen USA und Türkei

Montag, Oktober 22nd, 2007

In der Aktuellen Analyse Nr. 178 vom 21.10.2007 beleuchtet Vita Thormann  die aktuellen Differenzen zwischen den USA und der Türkei und den unterschiedliche Umgang mit den Fakten.

Die türkische Regierung und die türkischen Bürger reagierten stark auf die vor einigen Tagen vom US-amerikanischen Kongress verabschiedete Resolution zu den Massakern an Hunderttausenden von Armeniern während des 1. Weltkrieges: Folge war der Abzug von Diplomaten, Demonstrationen vor Botschaften Androhungen von „bedeutsamen Schwächungen“ bestehender Partnerschaften, sogar eine Abstimmung über eine Invasion in den Nordirak folgte. In der Resolution werden die Verfolgungen von 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet, eine Bezeichnung, die die türkische Regierung entschieden zurückweist, da sie keine haltbaren Beweise vorliegen sieht. Mit dieser Behauptung steht sie allerdings recht allein auf weiter Flur, die Mehrheit der Wissenschaftler sieht die Kriterien für Genozid aus der 1948 von den UN beschlossenen Genocide-Convention gegeben, welche auch die Türkei unterzeichnete.

Dennoch fällt die Türkei immer wieder mit alarmierenden Meldungen wie dem Prozess gegen den türkischen Autor Orhan Pamuk wegen „Beleidigung des Türkentums“ auf, trotz der wiederholten Aufforderung des Europäischen Parlaments an die türkische Regierung, den Völkermord anzuerkennen und trotz des internationalen Drucks durch nationale Regierungen, die einen Genozid bewiesen sehen.

Keine Anerkennung - trotz Genocide-Convention

Demnach traten während des ersten Weltkrieges im Osmanischen Reich sowohl „Tötung von Mitgliedern einer ethnischen Gruppe, Verursachung von schweren körperlichen oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe, vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen“ sowie die „gewaltsame Überführung von Kindern einer Gruppe in eine andere“ auf - alles Kriterien, die laut der Genocide-Convention einen Völkermord kennzeichnen.

Wie war es zu diesen grausamen Handlungen gekommen? Und wie sind die aktuellen Ereignisse zwischen USA und Türkei und der unterschiedliche Umgang mit den Fakten zu verstehen? Um diese Fragen beantworten zu können, muss historisch vorgegangen werden und die Ereignisse während des 1. Weltkrieges rekonstruiert werden. Erst danach können auch die aktuellen Fragen betrachtet werden.

Lesen Sie die vollständige Aktuelle Analyse weiter unter http://www.hausrissen.org/e82/e134/e61/e2280/index_ger.html.

Audiocast zum Jahrestreffen 2007 / »Politik und Medien« Thema des Vortrags von Prof. Donsbach

Montag, September 10th, 2007

Einen „Teufelskreis der politischen Oberflächlichkeit“ diagnostizierte Prof. Dr. Donsbach, Kommunikationswissenschaftler der TU Dresden, bei seinem Vortrag im HAUS RISSEN HAMBURG anlässlich des Jahrestreffens 2007. Die zunehmende Komplexität der politischen Sachverhalte führt dazu, dass in den Medien zunehmend Personalisierung, Skandalisierung und Boulevardisierung vorherrschen. Diese wiederum befördern ein rückläufiges Politikverständnis und ein schwindendes Interesse an Themen des öffentlichen Lebens, was angesichts der stetig wachsenden Komplexität der Sachverhalte den Teufelskreis erneut in Gang setzt. Begünstigt wird dieser Teufelskreis durch die „Drei-Klassen-Informationsgesellschaft“, bei der nur eine kleine Elite in einem hohen Maß die Medien zur politischen Information nutzt, während die etwas größere Klasse der politisch Halbgebildeten zumindest ein oberflächliches Interesse an Politik hat und sich zumindest über Talkshows informiert. Der größte Teil der Bevölkerung gehört inzwischen aber zum „kommunikativen Prekariat“, das politikfern ist und praktisch keine Medien zur Information nutzt. Auch das Internet schließt dabei nicht die Lücke der rückläufigen Lektüre von Tageszeitungen, da es letztlich die gleiche informative Elite ist, die sich über gedruckte und elektronische Medien informiert.

Eine Begleiterscheinung des Teufelskreises der politischen Oberflächlichkeit ist auch eine Veränderung der Politikerpersönlichkeiten, so Donsbach. Da Politiker nur noch um die zehn Sekunden Zeit haben, mit einem Statement Politik im Fernsehen zu erklären, wird die Wirkung der Person wichtiger als der transportierte Inhalt. Diese personalisierte Darstellung spricht aber besonders Menschen mit einer Neigung zur Selbstdarstellung an, die sich dann noch politisch engagieren.

Parallel zum schwindenden Vertrauen in die Politik gefährden jedoch auch medieninterne Entwicklungen selbst das öffentliche Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Nachrichten. Donsbach kritisierte besonders die wachsende Zahl von Tauschgeschäften zwischen Medien und Wirtschaft. Medienpartnerschaften, Werbung gegen PR-Artikel und umgekehrt sowie der Verzicht auf kritische Berichterstattung zugunsten von Werbekunden missbraucht den Vertrauensvorschuss, den Medien noch beim Publikum genießen. Daher seine Forderung: „Baut die Mauer wieder auf!“ – und zwar die Mauer zwischen Redaktion und Anzeigen.

Eine Zusammenfassung des Vortrags von Prof. Donsbach und Stimmen der Gäste beim Jahrestreffen 2007 hören Sie in unserer Sonderausgabe des Audiocast Politics-To-Go unter http://www.earpaper.de/loudblog/audio/podcast-2007-09-10-49899.mp3 als mp3-Datei.

Immer schlechtere Studienbedingungen für Diplom und Magister

Mittwoch, Mai 9th, 2007

Die Universität wird zum Krisenherd schlagzeilt das Hamburger Abendblatt heute. “Trotz - oder gerade wegen - seiner Reformpolitik werden die Probleme immer größer.” analysiert dort der Autor Florian Kain und schreibt weiter: “Die Folgen der nicht zu Ende gedachten Hamburger Reformen sind deutlich zu besichtigen. Sie kristallisieren sich in der Empörung über die staatlich erzwungene Bevorzugung der Bachelor- und Master-Studenten gegenüber den “alten” Magister- und Diplomanwärtern, die noch nach dem bewährten System studieren. Während den Neuen gemäß der drägerschen Bedarfsplanungen kleinere Seminare und bessere Betreuung garantiert werden, gucken die alten - die Mehrheit - in die Röhre.”

Eigentlich bedauerlich, dass wir in diesem Punkt Recht hatten. Bereits im Februar 2003 warnten wir in unserer Aktuellen Anaylse Nr. 47 über die möglichen Folgen des Dohnanyi-Reformpapiers: Was heute den Studentinnen und Studenten passiert, die noch in den in Abwicklung befindenden Diplom- und Magisterstudiengängen studieren, ist genau das, was wir vor fünf Jahren so beurteilten: “Es ist jedoch nicht zu rechtfertigen, dass für eine Verbesserung künftiger Hochschulausbildung die Qualifizierung der aktuellen Akademikergeneration geopfert wird.”

Die Dohnanyi-Kommission, deren Vorschläge heute umgesetzt werden, lieferte damals vermeintlich exakte Prognosen über den zukünftigen Absolventenbedarf. Nun bedauert die Abendblattanalyse: “In den Geisteswissenschaften dürfen sich nur rund 30 Prozent der Hauptfachstudenten Hoffnungen machen, in einen Masterstudiengang wechseln zu können. (…) So ist zu befürchten, dass gute Abiturienten Hamburg künftig meiden, forschungsstarke Professoren die Flucht ergreifen.” Flucht ist die uns noch allzugut bekannte Reaktion vieler Menschen auf die Mängel der Planwirtschaft - und das “Comeback der Planwirtschaft”, wie wir die Vorschläge der Dohnanyi-Kommission damals zur Freude der MoPo zusammenfassten, erfolgt nun tatsächlich mit den zu erwartenden Folgen von Mangel- und Misswirtschaft. Schade, dass darunter Hamburgs beste Köpfe zu leiden haben.

HAUS RISSEN HAMBURG bloggt

Donnerstag, April 26th, 2007

Web 2.0? Wie spricht man das eigentlich aus? [Web Zwei Punkt Null]? [Wäbb Two Oh]? [Webzweinull]? Wie auch immer, nach dem Crash der New Economy ist das Internet wieder im Kommen, sowohl als Wirtschaftssektor und erst recht als Kommunikationsmedium.

Ein Kommunikationsmedium dient der Übertragung von Informationen von einem Sender zu einem Empfänger, idealerweise auch für den Weg zurück. Das Internationale Institut für Politik und Wirtschaft HAUS RISSEN HAMBURG bedient sich seit seiner Gründung der verschiedensten Kommunikationsmedien. Der Live-Vortrag in unseren Tagungsräumen ist das ursprünglichste Element, das gedruckte Wort in der Institutszeitschrift und in Büchern, später auch im Newsletter per E-mail eng damit verwandt. HAUS RISSEN HAMBURG vermittelt über diese Kommunikationsmedien Wissen über Themen der internationalen und europäischen Politik, der Globalisierung, der Sicherheitspolitik. Im Dialog mit unseren Kunden stärken wir die politische und ökonomische Kompetenz der Menschen.

Dieser Blog soll künftig einen Beitrag dazu leisten. Wir machen auf interessante Entwicklungen und Zusammenhänge aufmerksam, verlinken mach hilfreiche Ressource im Web – und Sie dürfen munter kommentieren. ;-).