In der Aktuellen Analyse Nr. 178 vom 21.10.2007 beleuchtet Vita Thormann die aktuellen Differenzen zwischen den USA und der Türkei und den unterschiedliche Umgang mit den Fakten.
Die türkische Regierung und die türkischen Bürger reagierten stark auf die vor einigen Tagen vom US-amerikanischen Kongress verabschiedete Resolution zu den Massakern an Hunderttausenden von Armeniern während des 1. Weltkrieges: Folge war der Abzug von Diplomaten, Demonstrationen vor Botschaften Androhungen von „bedeutsamen Schwächungen“ bestehender Partnerschaften, sogar eine Abstimmung über eine Invasion in den Nordirak folgte. In der Resolution werden die Verfolgungen von 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet, eine Bezeichnung, die die türkische Regierung entschieden zurückweist, da sie keine haltbaren Beweise vorliegen sieht. Mit dieser Behauptung steht sie allerdings recht allein auf weiter Flur, die Mehrheit der Wissenschaftler sieht die Kriterien für Genozid aus der 1948 von den UN beschlossenen Genocide-Convention gegeben, welche auch die Türkei unterzeichnete.
Dennoch fällt die Türkei immer wieder mit alarmierenden Meldungen wie dem Prozess gegen den türkischen Autor Orhan Pamuk wegen „Beleidigung des Türkentums“ auf, trotz der wiederholten Aufforderung des Europäischen Parlaments an die türkische Regierung, den Völkermord anzuerkennen und trotz des internationalen Drucks durch nationale Regierungen, die einen Genozid bewiesen sehen.
Keine Anerkennung - trotz Genocide-Convention
Demnach traten während des ersten Weltkrieges im Osmanischen Reich sowohl „Tötung von Mitgliedern einer ethnischen Gruppe, Verursachung von schweren körperlichen oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe, vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen“ sowie die „gewaltsame Überführung von Kindern einer Gruppe in eine andere“ auf - alles Kriterien, die laut der Genocide-Convention einen Völkermord kennzeichnen.
Wie war es zu diesen grausamen Handlungen gekommen? Und wie sind die aktuellen Ereignisse zwischen USA und Türkei und der unterschiedliche Umgang mit den Fakten zu verstehen? Um diese Fragen beantworten zu können, muss historisch vorgegangen werden und die Ereignisse während des 1. Weltkrieges rekonstruiert werden. Erst danach können auch die aktuellen Fragen betrachtet werden.
Lesen Sie die vollständige Aktuelle Analyse weiter unter http://www.hausrissen.org/e82/e134/e61/e2280/index_ger.html.